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Full Version: Peking spricht zur Welt
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Olympisches Lexikon: C
Peking spricht zur Welt

09. Januar 2008 Zhongguo Shi Yingyu, Englisch chinesischer Art: Aufeinandertreffen zweier Sprachwelten auf Pekinger Straßenschildern, Plakaten und Speisekarten, das, unbeschadet zahlreicher Sammler und Fans, zum Gegenstand einer umfassenden Richtigstellungskampagne vor den Olympischen Spielen geworden ist.

Chinglish entsteht meist durch die direkte Übersetzung chinesischer Ausdrücke und Redewendungen mit Hilfe eines englischen Wörterbuchs: „Machine room is serious place“, heißt es dann auf einem Schild, das zur Ruhe in einem Büro mit Computerarbeitsplätzen mahnt.

„Peking spricht zur Welt“

Oft stellen die Fügungen überraschende neue Zusammenhänge her - etwa wenn im Flughafen an einem Notausgang: „No entry in peacetime“ steht. Aber nicht jeder kann derlei Verfremdungseffekten einen poetischen Reiz abgewinnen. Wendungen wie „Terrorized US Pork Steak“ und „Chicken without sexual life“ als Namen für Menüs oder „Racist Park“ für ein Freilichtmuseum ethnischer Minoritäten führten mitunter zu Missverständnissen. Vor allem aber fürchten die Behörden, dass das unkonventionelle Englisch einen falschen Eindruck von der chinesischen Kultur vermittelt, die gerade auf Sprache und Schrift immer viel Wert gelegt hat.

Deshalb hat die Stadt das Programm „Peking spricht zur Welt“ aufgelegt, das mit seinen 35 Mitarbeitern Chinglish, wo immer es sich zeigt, bis zu den Olympischen Spielen beseitigen soll. Die Einwohner wurden aufgefordert, fehlerhafte Aufschriften per Telefon oder SMS zu melden.

Sprachkassetten für die Taxifahrer

Verkehrsschilder sollen mit ihren englischen Sprachregelungen ebenso vereinheitlicht werden wie Speisekarten; schon wurde eine Liste von Übersetzungen für tausend chinesische Gerichte erarbeitet. Doch der Anspruch des neuen Amtes geht weit darüber hinaus: Er umfasst eine sprachliche Mobilisierung, wie sie die Stadt noch nicht gesehen hat.

Jeder Einwohner soll seine Kommunikationsfähigkeit und vor allem Englischkenntnisse üben, um in und vor der Welt bestehen zu können; 4,1 Millionen sollen das schon erfolgreich getan haben. An die 48.000 Taxifahrer der Stadt wurden eine Broschüre und Sprachkassette mit den nützlichsten Sätzen für den täglichen Gebrauch ausgegeben, von: „I'm attracted to Beijing's scenery“ bis zu: „Pollution is a global problem.“

Was meint der Olympiagast?

Die Polizei bekam ein Handbuch namens „Olympic Security English“ in die Hand gedrückt, das übliche Standardsituationen im Umgang mit Olympiagästen sprachlich zu bewältigen hilft. Wenn zum Beispiel beim Anhalten eines gestohlenen Wagens der verdächtige Ausländer typischerweise sagt: „You're violating my human right. I protest!“, antwortet der Polizist: „No tricks! Don't move!“

Wenn die Hegemonie des Englischen als Weltverständigungsmittel anerkannt wird, heißt das noch lange nicht, dass die Englischsprechenden machen können, was sie wollen.

Quelle:http://www.faz.net/s/Rub117C535CDF414415BB243B181B8B60AE/Doc~ECC5361438D204F9DAF04DAEB2519292C~ATpl~Ecommon~Scontent.html
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